IM # 002 – Hamburg – 1. Billerhuder Insel Marathon am 31.12.2010 – Veranstalterbericht

Beim 1. Billerhuder Insel Marathon (43,5 km) an Silvester, dem 31.12.2010 traten alle zehn vorangemeldeten Teilnehmer – 4 Frauen und 6 Männer – an. Der Start erfolgte pünktlich um 10 Uhr. Zu laufen waren 18 Runden auf der außen rund um die Billerhuder Insel führenden Straße (Strandweg West bzw. Strandweg Ost), wobei je Runde zweimal der Ausschläger Billdeich überquert werden musste.

Insgesamt summierten sich diese 18 Runden dann auf 43,5 km, also einen kurzen Ultramarathon.

Das Wetter präsentierte gänzlich andere Bedingungen, als sie all die letzten 14 Tage zuvor geherrscht hatten. Mit 0 bis +3 °C gab es zwar erstmals wieder gemessene Temperaturen im Plus-Bereich, doch fühlten sich diese (auch laut Wetterbericht) durchaus noch an wie -4 bis 0 °C. Der zuvor griffige Schneeuntergrund hatte sich jedoch zusehends zu matschiger Konsistenz verändert, wobei jedoch sowohl die Anwohner als auch ein kleiner Schneepflug einen Teil der Strecke mit der Zeit frei räumten. Entgegen der Wetterprognose zeigte sich lange Zeit die Wintersonne, allerdings frischte – vor allem im Streckenabschnitt entlang des Bullenhuser Kanals – der Wind immer wieder unangenehm kalt auf.

A propos „Anwohner“: Dank der zwei Wochen vor dem Lauf auf Wunsch des KLGV-Vorstandes an mehreren Infotafeln auf der Insel ausgehängten Veranstalterinformationen zeigten sich viele der Inselbewohner gut informiert. Die Reaktionen den Läufern gegenüber waren (soweit der Veranstalter sie mitbekam) ausschließlich nett und freundlich; der Lauf schien eher eine willkommene Abwechslung zum Jahresende zu sein. Eine junge Inselbewohnerin bedauerte gar, nicht früher von dem Lauf erfahren zu haben, weil sie nämlich sonst gerne mitgelaufen wäre.

Gelaufen wurde übrigens im Uhrzeigersinn und damit in Gegenrichtung zu den ohnehin wenigen Fahrzeugen, deren Fahrer sich (ebenso wie die Läufer) sehr entspannt und rücksichtsvoll verhielten.

Vom Start weg setzten sich Rainer Pufahl (Müssen) und Karl-Heinz Besler (Breckerfeld/Sauerland) ab und enteilten ziemlich schnell dem Rest des Feldes. Sie blieben bis ins Mitteldrittel zusammen. Während Rainer sein Tempo ziemlich unverändert beibehielt und so mit einer Laufzeit von 4.43.37 h deutlich siegte, büßte Karl-Heinz noch eine Runde ein, holte sich jedoch immer noch überlegen und ungefährdet in 5.09.37 h Gesamtrang 2.

Auch das Hauptfeld, das wie meist sehr verhalten begann, zog sich diesmal sehr schnell auseinander: Zunächst lief auf Rang 3 das Ärzte-Trio, bestehend aus Rosemarie von Kocemba (Kiel / Erlangen), Helmut Braun (Bielefeld) und Veranstalter Christian Hottas (Hamburg), gefolgt von den beiden Schwestern Christine Schroeder (Hamburg) und Mchungaj Gabriele Mayer (Katumba/Tansania), während Hauptmann d. R.  Peter Wieneke (Hamfelde) und Kaleu Günter Heyer (Kiel) das Feld nach hinten „absicherten“.

Ganz am Ende folgte dann noch NDR-Lady Erika Köhn (Tangstedt), die nach Fußverletzung nur wenig lief und die Strecke größtenteils walkte.

Ende der ersten Runde verlor Christian nach einem Pit-Stop den Kontakt zu seinen beiden Mitläufern und lief stattdessen seine 2. Runde mit Christine und Gabriele, wobei er zusehends Gefahr lief, seine beiden Arztkollegen ganz aus den Augen zu verlieren. Hier bedurfte es einer deutlich schnelleren 3. Runde seinerseits, um wieder aufzuschließen und Runde 4 wieder gemeinsam mit Rosi und Helmut laufen zu können.

Als Rosi jedoch auch nach dieser deutlich schnelleren Runde 4 (= 9,66 km) den reichlich bestückten Verpflegungsstand (u. a. gab es temperierte Cola und Cola-Mix-Getränk, heißen Kaffee und heißen Früchtepunsch sowie das übliche Sortiment) erneut ignorierte, ließen Helmut und Christian sie ziehen, verpflegten sich in Ruhe und liefen danach eben zunächst als Duo weiter.

Abgesehen von den Runden 6, 13 und 15, die größtenteils marschiert wurden, blieben alle ihre sonstigen Runden im Tempobereich der ersten drei Runden.

Nachdem die beiden Schwestern bereits Ende der 6. Runde vorübergehend zu Helmut und Christian aufgeschlossen hatten, dann aber wieder zurück gefallen waren, trennten sie sich wenig später, woraufhin Christine in der 8. Runde zu Helmut und Christian aufschloss und das neu gebildete Trio dann bis zum Ziel zusammenblieb.

Rosemarie nutzte ihr schnelleres Tempo über die 4. Runde hinaus nichts, denn sie stieg nach etwas mehr als der Streckenhälfte mit einer Verletzung aus dem Rennen aus und fuhr sofort nach Kiel zurück.

Damit hatte automatisch Christine die Führung in der Frauenwertung inne…

Als das Trio sich gerade in der 15. Runde befand, tauchte plötzlich 100MC-Sportwart Peter Kellermann auf und begleitete die drei bei ihrer dritten Marschrunde, wobei Peters Schwester Erika (zwei Runden zurück) die Gruppe zeitweise zu einem Quintett vervollständigte.

In Runde 16 wurden dann Kaleu Günter und Mchungaj (Pastorin) Gabriele gesichtet und zum Rundenschluss hin überrundet, und nach zwei zügigen Schlussrunden erreichten Christine, Helmut und Christian in 6.16.04 h gleichauf als Dritte das Ziel.

Damit hatte Christine einen weiteren Frauensieg unter Dach und Fach und Helmut seinen 250. Marathon/Ultramarathon!! Und sofort nachdem alle drei von Till Probst ihre Finishermedaillen erhalten hatten, waltete Peter Kellermann seines Amtes und überreichte Helmut die Gratulationsurkunde des 100MC zu diesem Vierteltausend Marathons/Ultras.

Nach drei dritten Plätzen gab es natürlich als nächstes erst wieder einen 6. Platz zu vergeben. Den sicherte sich nach einem sehr gleichmäßigen Rennverlauf Peter Wieneke in 6.31.37 h.

Nach 6.44.01 h „hatte“ denn auch der Kaleu fertig, wobei er mit dem Ergebnis wie dem ganzen Lauf (ebenso wie seine Vorderleute) außerordentlich zufrieden wirkte. Da er sein Auto in der Süderstraße stehen hatte, wo seine Frau Christa bei Rita Gehrke zu Besuch weilte, marschierte er nach nur kurzem Aufenthalt im Ziel zügig diesen knappen Kilometer dorthin weiter.

Nur wenig später sicherte sich Gabriele mit ihrem ersten Marathon/Ultra des Jahres 2010 (länger hätte sie auch kaum damit warten dürfen!) in 6.48.26 h Platz 8 sowie Frauenrang 2. Klar, dass auch sie sich freute, auch wenn ihr Gangbild auf den anschließenden 10-15 Metern zum Auto ihrer „kleinen Schwester“ etwas merkwürdig aussah…

Zu diesem Zeitpunkt hatte Erika bereits ihre Schlussrunde „in Arbeit“, die sie dann nach 7.13.22 h Gesamtzeit – ebenfalls happy – beendete.

Damit waren neun von zehn Startern heil und zufrieden im Ziel angekommen. Die Männer hatten sich ausnahmsweise einmal nicht als das schwache Geschlecht gezeigt, sondern im Gegensatz zu den Frauen eine 100%ige Finisherquote erreicht. Helmut Braun erlief sich seinen 250. Marathon/Ultramarathon, Mchungaj Gabriele Mayer dagegen ihren ersten des laufenden Jahres.

Karl-Heinz Besler verbuchte seine 27. Insel, Christine Schroeder ihre 9., Christian Hottas seine 35., während die anderen Vielläufer erst noch ihre Insel-Statistiken erstellen müssen…

Fazit: Der 1. Billerhuder Insel Marathon war ein prima Jahresabschluss! Vielleicht sollte man diese ganz eigene Welt auf der Schrebergarteninsel vergleichsweise auch mal zu anderen Jahreszeiten erlaufen (vor allem bei besser belaufbarem Straßenzustand) …

31.12.10 20:25

Letzte Einträge: IM # 017 – Hamburg – Leuchtturm Bunthausspitze Marathon am 18.11.2012 – Anmeldungen, Biikefeuer-Ultramarathon (46,2 km) zur Hamburger Hallig am 21.02.2014 – Ausschreibung

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Peter Kellermann (1.1.11 18:09)
An alle Marathonsammler

Wer am 31.12. nicht dabei war, hat etwas verpasst.
Christian hat mit diesem Insellauf eine wirklich schöne Strecke am Wasser ausgesucht. Die meisten Hamburger haben evtl. von der Insel schon einmal gehört, aber kennen sie nicht.
Wir können nur hoffen, daß Christian diesen Lauf wiederholt. Dann möglichst, wenn es wärmer und der "Streckenbelag" marathonfreundlicher ist.
Die gesamte Kleingarteninsel lädt direkt zum Spazierengehen oder (Marathon-)laufen ein.
Die Position des Verpflegungsstandes war gut gewählt. Die Auswahl, mit den warmen und gewärmten Getränken, war für eine Veranstaltung mit einer kleinen Teilnehmerzahl schon bemerkenswert.
Christian hat sich viel Mühe gegeben. Man merkt, daß ihm solche besonderen Veranstaltungen viel Spass machen.
Im Ziel gab es dann auch noch eine Medaille.
Weiter so !

Gruß Peter